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Kalmann

Autor(in)

Joachim B. Schmidt

 

 

Mein Eindruck zu "Kalmann":

Kalmann wohnt in einem kleinen Dorf im hohen Norden von Island, in Raufarhöfn, am nördlichsten Zipfel Islands. Die Geschichte beginnt mit seinem Großvater, an dem er sehr hängt.

 

„Ich wünschte Großvater wäre hier.“ (S. 9)

 

Wie sein Großvater ist er Jäger und Haifischfänger. Sein Großvater hat ihm alles beigebracht. Er jagt Polarfüchse, er verarbeitet Haie zu Gammelhai und als Dorf-Sheriff hat er viel zu tun.

Doch Kalmann ist anders. Er hat eine geistige Behinderung und seine Mutter ist Vormund. Doch das ist für Kalmann alles unerheblich. Seine kindliche Naivität spornt ihn an und er will alles unter Kontrolle bekommen. Das führt bei ihm allerdings auch ab und zu zur Aggressivität.

Und dann entdeckt er einen Blutfleck im Schnee und Kalmann muss das klären. Der Hotelbesitzer des Dorfes wird seit einigen Tagen vermisst und schnell wird gemunkelt, dass es das Blut des Verschwundenen ist. Plötzlich ist das Leben im Dorf nicht mehr so beschaulich, denn Polizisten und Journalisten kommen ins Dorf und sogar die litauische Mafia ist dabei. Mittendrin steckt Kalmann im Geschehen, was ihm gar nicht so gefällt.

 

Sprache

„Unter einem Eisbären kann es sehr dunkel sein.“(S.326)

Der Roman wird aus der Ich Perspektive Kalmanns erzählt. Kurze Sätze, Parataxen, wechseln mit langen Sätzen ab. Die wörtliche Rede dazu machen den Roman abwechslungsreich. Die Sprache vermittelt dem Leser die Sichtweise Kalmanns. Sein Denken wird sichtbar. Mal naiv, mal erstaunlich gut durchdacht und auch manchmal sehr aufbrausend. Wie ein roter Faden werden immer wieder die Erinnerungen an seinem Großvater aufgenommen, der für Kalmann richtungsweisend ist.

 

Fazit

Bei Kalmanns Klärung lernt der Leser nicht nur den Protagonisten näher kennen, sondern erfährt auch viel über das Leben, Natur, Flora und Fauna Islands. Das Cover ist sehr gut gewählt, die karge Landschaft, das einsame Haus auf dem schroffen, rötlichen Felsen am Meer und dahinter der schneebedeckte Berg im leichten Dunst, zeigen das raue Island, wo Eis und Feuer aufeinander treffen.

Der Roman ist nur am Rande einen Kriminalfall. Im Vordergrund steht die Hauptfigur Kalmann.

Kalmann ist alles andere als ein perfekter Held. Er sieht seine Welt aus seiner Perspektive und trotzdem hat er damit den Leser schnell in seinen Bann gezogen.

„Ich nickte. Ich liebte Süßigkeiten. Darum musste ich jedes Jahr zum Zahnarzt, um Löcher zu bohren. Das liebte ich aber gar nicht.“ (S. 147)

Kalmann, der isländische "Forrest Gump".

Eine wunderbare Lektüre, die mir vergnügliche und unterhaltsame Lesestunden beschert hat. 

 

Ein Lesevergnügen, für das ich sehr gerne 5 Sterne vergebe.

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