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Trümmermädchen Annas Traum vom Glück

Autorin

Lilly Bernstein

 

Zwischen Duft und heulender Sirene 

„Es war der Duft, der sie geweckt hatte. Keine heulende Sirene.“

 

Die Autorin entführt uns nach Köln ins Jahr 1941. Schon die ersten beiden Sätze lassen erahnen, dass das Leben zwischen Ruhe und der Härte des Kriegs stattfindet. Die 11-jährige Anna lebt mit ihrer Tante Marie und deren Ehemann Onkel Matthias am Buttermarkt. Die Familie betreibt eine kleine Bäckerei und Anna genießt die Liebe des Bäckerehepaars. Doch die Idylle wird getrübt. Ruth Kuhn, Annas beste Freundin, ist verschwunden ohne sich von ihr zu verabschieden. Onkel Matthias wird zum Kriegsdienst an die Ostfront eingezogen. Anna und ihre schwangere Tante Marie sind allein auf sich gestellt. Das Leben für beide wird schwieriger. Der Fremdarbeiter Joseph kennt sich nicht mit dem alten Ofen aus. Auch die Bombennächte nehmen zu und irgendwann verlieren Anna und Marie ihre Bäckerei und leben von nun an in Hunger und Kälte in einer Ruine. Ohne Joseph wäre es ihnen noch schlimmer ergangen. Köln liegt in Schutt und Asche es gibt kaum noch Lebensmittel und auch der Winter vor der Tür steht. Um ihre Familie über die Runden zu bringen, schließt Anna sich einer Schwarzmarktbande an und betätigt sich als Kohlediebin. Doch sie verliert ihren Traum, die Bäckerei irgendwann wieder zu eröffnen, nicht aus den Augen, auch wenn sie oftmals an dem Rand der Verzweiflung stand.

 

Sprache und Stil  

Der Roman ist in drei Teile aufgeteilt mit durchnummerierten Kapiteln 1-42

 

Teil I   Juli 1941-Mai 1942 

Teil II  Oktober 1946-März 1947

Teil III Mai 1947- Januar 1948

 

Die Handlung wird überwiegend aus der Sichtweise von Marie geschildert. Sie ist eine starke Persönlichkeit in einer aussichtslosen Zeit. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Anna zu einer jungen mutigen und starken Frau, die ihrem Herzen folgt.

Die Sprache ist bildlich, lässt die zerstörte Stadt lebendig werden. Obwohl die historische Handlung mit einer Leichtigkeit erzählt wird, entsteht ein Spannungsboden, der eine ergreifende und beängstigende Atmosphäre aufbaut. Die Charaktere werden authentisch und lebendig beschrieben. 

 

Fazit 

Lilly Bernstein gelingt es in diesem Roman historische Fakten mit einer spannenden und ergreifenden Geschichte zu verbinden und auch die Liebe zur Bäckerei.

Der Roman „TRÜMMERMÄDCHEN“ zeigt sehr eindrucksvoll, wie schwer es die Kinder und auch die Erwachsenen im Krieg, aber auch in der Nachkriegszeit hatten.

 

Lesenswert 5/5

 

 

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