· 

Eis Abenteuer Einsamkeit

Autor 

Meteorologe Richard Löwenherz

 

Meine Meinung

Die Reise beginnt am Flughafen Berlin-Schönefeld nach Jakutsk. 

 

„Jakutsk ist die kälteste Großstadt der Welt, mehr als 300.000 Menschen leben hier, die Hälfte davon Jakuten.“ (S. 17)

 

Die Reiseroute mit dem Fahrrad führt von Süden, Jakutsk, nach Norden, Tiksi, die sibirische Arktis.

In 10 Kapitel unterteilt nimmt uns der Autor mit auf seine Reise in ein kaltes, unbekanntes Gebiet. Der Leser erfährt von Temperaturen, die bis zu -50 Grad fallen können. Eine Landschaft, die bestimmt ist von der Farbe Weiß, von außergewöhnlichem Licht. Das Nordpolarlicht lässt den Himmel grün erscheinen.

 

Die Kapitel stellen eine gelungene Mischung dar aus Gegenwart und Geschichte, Land und Volk, aktuellen und historischen Darstellungen.

 

Es gibt eine Tierwelt, die auch Gefahren mit sich bringt in der Einsamkeit. Wölfe, die umherstreifen.

Eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen, entlegene Dörfer, und ein Porträt der Leute, die diese Gegend besiedeln, lassen Bilder und Texte mit Spannung wahrnehmen.

 

Zu den ausführlichen Texten hat der Autor hervorragende Bilder hinzugefügt, die teilweise eine ganze Seite füllen oder auch kleinere, die die Landschaft, die Tierwelt und das Leben der Menschen zeigen. Selbst ohne den Text erzählen die Bilder ganze Geschichten. 

 

Im Zusammenspiel von Texten und Bildern ergibt sich eine sensible Symbiose, die das Zusammenleben von Mensch, Tier und Landschaft in dieser Gegend verdeutlicht.

Mit "Eis. Abenteuer. Einsamkeit." beschreibt der Autor treffend das Land und seine extreme Radtour als Abenteuer. Er ist unterwegs in der Einsamkeit, wo nur sein kleines Zelt ihm Zuflucht geben kann. 

 

Es ist ein Reiselesebuch, das keinen Reiseführer ersetzt. Der Begriff Zeit erhält eine andere Wertigkeit. Ruhe, das Zusammenspiel der Naturgewalten, das Zusammenleben Mensch und Natur bekommt eine neue Sichtweise in die Urkraft des Lebens. 

 

Der Prolog bringt die Tiefe der Fahrradtour im Einklang mit der Natur auf den Punkt:

 

„Mit zusammengekniffenen Augen starre ich in eine blendende Leere. Nichts lenkt ab, nichts scheint bedeutsam. Selten im Leben war ich so konzentriert, so fokussiert.“ (S. 8)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0