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Der Junge im Wald

Autorin

Karin Neff

 

Das Dorfleben hat auch so seine Tücken

 

Beim Stichwort »Verbrechen« denkt man oft an Großstädte. Aber das Dorfleben an der Mosel hat auch so seine Tücken.

 

„In der Nähe meines Heimatortes wurde vor zwei Jahrzehnten ein junger Mann grausam ermordet. Er war tagelang verschwunden, und als man ihn fand, noch nicht lange tot. Dieses Verbrechen erschüttert mich bis heute, wenn ich daran denke. Ohne dass ich diesen Fall thematisiere, ist das Geschehen in meine Geschichte eingeflossen.“ Zitat, Karin Neff

 

https://www.xtme.de/2019/09/buchempfehlung-der-junge-im-wald-ein-krimithriller-von-karin-neff/, 30.08.2020

 

„Als der Priester das Weihrauchfass über dem Sarg hin und her schwenkte, hielt sich Leon Sebastiani diskret die Nase zu. “ 

 

Schauplatz ist die Mosellandschaft. Leon Sabastiani lebt als Rechtsanwalt in Berlin. Es sehnt sich nach einem beschaulichen Leben auf dem Land abseits von Mord, Blut und Totschlag. Sein letzter Fall brachte ihn an seine Grenzen und er fasste den Entschluss Berlin zu verlassen und zieht in die Villa seiner Mutter an der Mosel ein. Hier erhofft er sich ein ruhiges Leben als Rechtsanwalt führen zu können. Doch es kommt anders. Schnell ist Leon Sebastiani in einen in einem Mordfall verwickelt und übernimmt die Verteidigung des Mordverdächtigen. Leon begegnet im nächtlichen Wald einem geheimnisvollen Jungen. Weiß dieser was über die Mordserie, die den sonst so ruhigen Ort erschüttert?

Schon der Beginn zieht den Leser in die Geschichte förmlich rein. Eine fesselnde Handlung mit vielen überraschenden Wendungen und am Ende folgt das überraschende Finale. 

 

Stil und Sprache

 

Der Roman besteht aus Teil 1 und Teil 2, was aber in der Inhaltsangabe als Trennung nicht zu erkennen ist. Der Leser wird durch 61 Kapitel geführt. 

 

Der Aufbau des Geschehens wird gut dargestellt. Es kommt immer mehr an den Tag, aber bis das Geschehen in der Gegenwart vollständig gelöst ist, müssen Schatten der Vergangenheit bewältigt werden.

 

Die Charaktere der Geschichte sind sehr gut gezeichnet und auch der Sprache angepasst.

 

„Weisse, wie misch dat behindern tut?“ 

 

Die Umgangssprache 

 

„Oh Baby. Ich fürchte, mit deinen mondänen Liebschaften werde ich nicht mithalten können.“ 

 

wechselt mit dem Dialekt.

 

„Anjeneem, Berliner Straße, Pankow! Erzähl deiner Truppe, wie super rote Fassbrause schmeckt. Und billiger is se och.“ 

 

Kurze Sätze mit längeren Passagen und wörtlicher Rede geben dem Roman die nötige Spannung.

 

Fazit

 

Beim Stichwort »Verbrechen« denkt man oft an Großstädte. Aber das Dorfleben an der Mosel hat auch so seine Tücken. 

Die Geschichte hat mir gut gefallen. Die Autorin versteht eine spannende Handlung mit vielschichtigen Charakteren und einen lebendig gezeichneten Protagonisten darzustellen. Die detaillierten Beschreibungen geben einen sehr guten Einblick in das Geschehen. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen weniger Details gewünscht. So wird die Geschichte manchmal länger und verliert streckenweise etwas an Spannung. 

Obwohl es ein Thriller ist, musste ich zwischendurch immer wieder schmunzeln. Neben aller Düsterheit, Spannung und gruseliger Situationen vernachlässigt die Autorin den Humor nicht.

 

Sowohl die Haupthandlung als auch die Nebenhandlungen wecken stetig das Interesse weiterzulesen!

 

 

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