Fazit 

 

Theodor Fontane thematisiert in diesem Roman die Standesunterschiede.

In Irrungen, Wirrungen macht er bewusst auf eine junge Liebe die durch die Standesunterschiede zerbricht. Hieran wird aufgezeigt, dass die Gesellschaft in Ihrer Denk- und Verhaltensweise erstarrt ist.

Zur Zeit der Handlung war es nicht üblich außerhalb seines gesellschaftlichen Standes zu heiraten oder ein Liebesverhältnis zu führen.

Für Botho hat Lene das, was seiner Frau fehlt, nämlich Ehrlichkeit, Wahrheit und Einfachheit. Immer wieder tauchen in seinem neuen Leben Parallelen und Gegensätze zwischen der Zeit mit Käthe und Lene auf. Botho kommt über die Zeit mit seiner Geliebten nicht hinweg. Er will sich zwar immer wieder dazu zwingen, aber selbst als er das letzte Andenken an sie verbrennt, muss er sich gestehen, dass er trotzdem nicht frei ist und die alte Liebe nicht erloschen ist. Das Materielle ist fort, aber die Erinnerungen bleiben. Seiner Frau gegenüber verheimlicht er seine Gefühle. Lene hingegen trauert um ihn, kann jedoch letztlich mit dieser Zeit abschließen. Bevor sie Gideon ehelicht, gesteht sie ihm aus Ehrlichkeit ihre Vergangenheit, woraufhin er ein Gespräch mit Botho sucht. Beide sind gewissermaßen „im Reinen“ miteinander. Ebenso wie sich in zwei Nebenfiguren Leiden der beiden widerspiegelt: Zum einen Frau Dörr, die ebenfalls eine Beziehung mit einem Adligen hatte und letztlich Dörr geheiratet hat, mit dem sie jedoch nicht zufrieden ist und zum anderen Rexin, einem jungen Mann, der ebenfalls eine bürgerliche Geliebte hat und sich unschlüssig ist, was er tun soll. Letztlich sind Lene und Botho also nicht allein mit ihrem Problem, was dessen Allgemeingültigkeit unterstreicht.

Fontanes Blick auf die Liebe zeigt auf, inwieweit sich gesellschaftlichen Erwartungen auf das Privatleben auswirken. Fontane macht in seinem Roman keinen offenen Bruch mit der Gesellschaft. Das heißt, der Kampf der Verliebten wird nicht öffentlich ausgetragen. Somit können sich beide mit Ihrem Schicksal abfinden.

Das Werk ist für seine Zeit sehr gesellschaftskritisch, denn es hinterfragt die Hindernisse, die durch die unterschiedlichen Stände geschaffen werden, an denen ein gewöhnlicher Umgang und erst recht Beziehungen abprallen. Mit den beiden Figuren wird sehr deutlich die Zeit des Realismus repräsentiert. Botho und Lene nehmen bzw. sehen die Welt so wie sie ist und greifen keine herrschenden Sitten an. Flucht ist für sie undenkbar.