Ironie

 

Die Verklärung mithilfe von Humor und Ästhetik ist ein typischer Kunstgriff im Realismus (mehr dazu siehe Epoche: „Merkmale des Realismus im Werk“), den Fontane in „Irrungen, Wirrungen“ verwendet. An einigen Stellen im Text hat der Autor auch die Ironie als Stilmittel benutzt. Mit Ironie werden dem Leser die teils tragischen Umstände zwischen den Zeilen serviert. Besonders die Ehe zwischen Botho und Käthe wird mit solchen Seitenhieben beschrieben, die Käthes Ahnungslosigkeit und Bothos Selbstaufgabe karikieren. Botho, der selbst einmal halb spöttelnd für Lene und Frau Dörr eine typische oberflächliche „Tisch-Unterhaltung“ in adeligen Kreisen vorspielt (S.25 ff.), heiratet ausgerechnet eine Frau, die zwar ständig, ohne müde zu werden, „dalbert“ (S.131), also oberflächliches Geschwätz von sich gibt, mit der aber, dem Empfinden Bothos nach, „durchaus kein ernstes Wort zu reden“ ist. Ironisch ist es auch, dass Käthe in ihrer Naivität meint, es berühre sie „tief schmerzlich“, wenn sie Geschichten von Männern höre, die in ihrer Beziehung ganz lethargisch geworden sind. Sie könne sich so etwas „in unserem Preußen“ gar nicht vorstellen (S.176). Ahnungslos scheint sie darüber zu sein, dass gerade ihr Ehemann, der ihr die Geschichte soeben erzählt hat (S.175), in der Ehe mit ihr selbst in absolute Lethargie verfallen ist. Käthe wählt auch, statt es Botho übelzunehmen, dass er sie einmal seine „liebe Puppe“ nennt (S.171), es als Ausdruck tiefer Gefühle zu verstehen, denn „Puppen werden am meisten geliebt“ (S.171). Dass sie von ihrem Mann nicht ganz so stark geliebt wird, wie sie sich es wünscht, schimmert unterschwellig durch. Ihre Wahl, trotzdem daran zu glauben, unterstreicht ironisch, dass die „Puppe“ Käthe doch tiefe Sehnsüchte hegt, sich aber mit Wenigem zufriedengibt.