Dynamik des Erzählens 8

 

•          Vorausdeutungen

•          das Spiel mit Wörtern und Wortbedeutungen

•          Motivwiederholungen

 

Beispiel Vorausdeutungen:

 

Das Botho und Lene sich eines Tages trenne werden, wird schon im 1. Kapitel deutlich. Frau Dörr spricht über ihren früheren adligen Freund “mein Graf“ (S. 8) und das man nicht auf die Zukunft bei solch einer Verbindung bauen darf. 

 

Lenes Zusammenbruch im Kapitel 16 wird bei dem Aufenthalt in Hankels Ablage angedeutet. Lene erschrickt bei den Warnungen der Offiziersgeliebten Isabeau „“Jott, Kind, Sie verfärben sich ja […]“  (S.103) 

 

 3. Kapitel 

Frau Dörr sagt:“Es geht nicht immer nach`mKatechismus“ (S. 21) „man bloß, dass man ehrlich un anständig und Wort hält“ (S.21) Damit wird auf Gideon hingewiesen der in Kapitel 20 Lenes „Ehrlichkeit und Wahrheit“ lobt.  

 

„Auf die Wahrheit kommt es an, und auf die Zuverlässigkeit kommt es an und auf die Ehrlichkeit.“ (S.165)

 

Beispiel: das Spiel mit Wörtern und Wortbedeutungen

Das Wort arm:

 

5. Kapitel

„Arme Lene“

Botho sagt dies scherzhaft, weil Lene das Aussehen seiner Mutter falsch errät

 

6. Kapitel

„Arme Lene“ Botho wird ernst. Er sagt im Selbstgespräch weiter: „Es wäre besser gewesen, der Ostermontag wäre diesmal ausgefallen.“

 

14. Kapitel

„Arme Lene“

Botho sagt dies angesichts des Briefes seiner Mutter. Er hat nicht die Kraft sich zu widersetzen, er wird Lene verlassen.

 

22. Kapitel

„Arme Bildung“

Botho kritisier seine eigene Bildung, die hinter Lenes Lebensklugheit zurückbleibt.

 

23. Kapitel

„Armer Kanzelheld ich!“

Botho blickt kritisch auf sich

 

Beispiel: Motivwiederholungen

 

•          Wiederholung der Gegensätze

 

6. Kapitel

 Botho macht „ein Strichelchen mit dem silbernen Crayon“

Kap. 10 Lene führt Buch mit „dick unterstrichener Überschrift […] Was zu wissen Not tut.“

Hier steht Oberflächigkeit gegen Sorgfalt. Botho spielt nur mit dem wertvollen Bleistift, Lene macht gewissenhaft Notizen.

 

•          Wiederholung der Ähnlichkeiten

 

3. Kapitel 

Frau Dörr über ihren Mann: „Na, verschrieben hat er mir alles, un so sag ich weiter nichts. Wie einer sich legt so liegt er.“

8. Kapitel 

Pitt: „Käthe? Ah, […] glänzende Partie. […] Der alte Selthin.[…] hat sechsGüter.“

Heirat nicht aus Liebe, sondern um des Geldes willen, gibt es in allen Gesellschaftsschichten.

 

•          Wiederholung, die in Frage stellt und desillusioniert

 

1. Kapitel

 „[…] Holztürmchen mit einem halb weggebrochenen Zifferblatt unter der Turmspitze (von Uhr selbst keine Rede) […]“

3. Kapitel

„»Kommt er denn heute?« »Ja; Wenigstens hat er es versprochen.«“

7. Kapitel

 Beim Treffen mit dem Onkel: „Es war eine Minute nach eins.“

16. Kapitel

Lene sah „nach der Turmuhr der Zwölf-Apostel-Kirche. »Gerade zwölf«, sagte sie.

 

Die beschädigte Uhr am Anfang lässt denken, dass genaue Zeiten keine Rolle spielen. Doch dies ist ein Wunschbild der Personen. Letztendlich herrscht Ordnung der Uhr. Ja Ordnung überhaupt. Wir erleben hier „Poetisierung und Entpoetisierung“